Mauern, Tore und Türme in Sachsen-Anhalt:

Die Stadtbefestigung von Kroppenstedt


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Markt und Rathaus Kroppenstedt
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Infotafel am Heimatmuseum
Haben Sie schon einmal etwas von Kroppenstedt und der dortigen Stadtmauer gehört? Wenn nicht, dann können Sie gern weiterlesen... (Wenn ja, dann natürlich auch...) Hier ein paar Stichpunkte:
Kroppenstedt in der Magdeburger Börde liegt direkt an der Bundesstraße 81 zwischen Magdeburg und dem Harz. Die nächstgelegenen Städte sind Oschersleben (Bode) 15 km nordwestlich, Halberstadt 20 km westlich und Quedlinburg 24 km südlich.
Sehenswürdigkeiten in Kroppenstedt sind u. a. die Martini-Kirche, das Heimatmuseum, der Eulenturm, das historische Rathaus und das Freikreuz.
(So ist es auf der Tafel "Verborgene Schätze an der Straße der Romanik" vor dem Heimatmuseum Kroppenstedt zu lesen.)
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Das Freikreuz
Kroppenstedt wurde erstmals im Jahr 934 erwähnt. Gegenüber dem Rathaus befindet sich das Freikreuz, es ist seit 1248 Gerichtsstätte. Zuerst bestand das Kreuz aus Holz, 1651 wurde ein aus Sandstein und mit mehreren Wappen verziertes Kreuz als Symbol der Stadtfreiheit neu errichtet. Unter dem brandenburgischen Wappen befinden sich das Stadtwappen und 8 Wappen von Bürgermeistern und Ratsherren sowie der Name des Steinmetzen. Auf der Rückseite befinden sich 9 weitere Wappen. Das Freikreuz dürfte in Europa wohl einmalig sein.

Freikreuz in Kroppenstedt
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Info am Eulenturm
Der Markt befindet sich etwa in der Mitte der ellipsenförmigen Stadtanlage mit unregelmäßigem Straßennetz. Drei Stadttore führten einst in die mit einer doppelten Ringmauer und mehreren Wehrtürmen befestigte Stadt.

Gut erhalten ist der Eulenturm, der Torturm des ehemaligen Kirchtores im Westen der Stadt. Das Stadttor selbst wurde leider 1821 abgerissen.

Der Eulenturm in Kroppenstedt
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In unmittelbarer Nähe befinden sich auch das Heimatmuseum und die Stadtkirche St. Martin mit ihrem romanischen Westturm und den prächtigen Renaissancegiebeln an der Südseite.

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Eulenturm mit Heimatmuseum, Stadtkirche St. Martin und Mauerpartie mit Rundturm hinter der Kirche

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Infotafel zur Stadtmauer
An der Mauer hinter dem Heimatmuseum ist eine neue Informationstafel zur Stadtmauer befestigt. Hier lesen wir:
1367 erstmals in der Hadmerslebener Chronik erwähnt, innere Stadtmauer 17-18 Fuß hoch, doppelte Ringmauer mit 4 Türmen und 3 Stadttoren
1463 durch Brand stark zerstört
1553 erfolgte der Wiederaufbau
1585 Stadtmauer bis Kirchtor (Eulenturm) fertig gestellt
1806 Bau der Chaussee von Halberstadt bis zum Kirchtor
1807 Bau durch Franzosen fortgesetzt
1821 wurden die Tore erweitert und die Torbögen abgerissen,

Parallel zur Stadtmauer befand sich ein unterirdischer Gang, in dem sich die Bewohner bei Gefahr in Sicherheit bringen konnten.

Stadtmauer in Kroppenstedt
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Passiert man den kleinen Durchgang, dann kann man außen entlang der Stadtmauer weitergehen. Seltsamerweise erzählt hier die alte Infofafel von sieben Türmen und drei Toren... Wie dem auch sei, ein Spaziergang entlang der Mauer lohnt allemal! Die Stadtmauer ist an etlichen Stellen in die heutige Bebauung einbezogen und nicht immer gleich erkennbar.
Doch jetzt bummeln wir im Süden erst einmal vom Eulenturm bis zum Breitetorturm. Dabei kommen wir an einem der Wehrtürme vorbei.

Entlang der Stadtmauer (Südabschnitt) in Kroppenstedt
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Breite Tor, Turm
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...die Unterschiede?
Aufnahme von 2018
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Entdecken Sie am Turm...
Aufnahme von 2015
Auch das Breite Tor, das östliche Stadttor Kroppenstedts, existiert nicht mehr. Erhalten blieb aber der zugehörige Turm. Finden Sie auf den beiden Fotos vom Turm (2015 und 2018) die drei Unterschiede?*) Gut, einer sei schon verraten: Die Informationstafel am Turm ist neu... Wir erfahren, dass das Tor 1821 abgerissen wurde, damit die von Napoleon geraubte Quadriga des Brandenburger Tores auf ihrem triumphalen Rückweg von Paris nach Berlin hier ohne Schaden durchpasste.**)

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**) Wirklich? Die Quadriga kehrte doch schon 1814 nach Berlin zurück...? Dass vor Begeisterung über den Sieg Napoleons für die Quadriga Stadttore eingerissen wurden (das wird auch von anderen Städten berichtet), scheint wohl eine schöne Legende zu sein.
Am Breiten Tor kann man in der Gasse hinter der Stadtmauer noch ein Stück weitergehen und gelangt so zum nördlichen Bereich der ehemaligen Stadtbefestigung. Im Norden treffen wir auf die Straßenbezeichnung "Erntetor", hier hat sich offenbar nur der Name eines dritten Stadttores erhalten.

Turm, Stadtmauer/Mauergasse in Kroppenstedt
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Diverse Abschnitte der Stadtmauer sind in Grundstücke eingebunden und werden auf andere Weise mitgenutzt. Dafür können wir im nördlichen Bereich noch zwei weitere Wehrtürme entdecken:

Wehrtürme und Stadtmauer (nördl. Seite) in Kroppenstedt
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"Kroppenstedter Schloss"
So schließt sich der Rundgang letztendlich wieder am Eulentor und am Heimatmuseum, dessen Besuch ebenfalls lohnt. Hier kann man u. a. den "Kroppenstedter Vorrat" bewundern, einen Silberbecher, der einst das Interesse des dänischen Königs Christian IV. weckte. Ach übrigens, wussten Sie, dass es in Kroppenstedt auch ein Schloss gibt? Es steht unweit des Rathauses...

*) Auflösung: Unterschiedlich sind noch: 2. die Richtung der Antenne ganz oben und 3. der Ausleger in der Maueröffnung oben links.)

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