Mauern, Tore und Türme in Brandenburg:

Die Stadtbefestigung von Wittstock (Dosse)



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Landesgartenschau mit Stadtmauer
Mögen andere Städte auch durchaus über größere und weit umfangreichere Stadtbefestigungen verfügen, so ist doch die Anlage in Wittstock (Brandenburg) schon allein deshalb so wirkungsvoll, weil das freie Gelände davor den ungehinderten Blick auf die roten Türme und Backsteinmauern erlaubt. Auf den Wiesen zwischen den Ufern der Dosse, der Mündung der Glinze und der Stadtmauer im Süden Wittstocks fand zudem 2019 die Brandenburger Landesgartenschau statt. Und so kam zu dem äußeren Eindruck, eine mittelalterliche Stadt vor sich zu sehen noch der wunderbare Anblick der Pflanzungen und die Pracht bunter Blumen dazu. Phantastisch!

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Landesgartenschau mit Stadtmauer
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Schema nach (1)
Die im 13. Jahrhundert wahrscheinlich in Feldstein begonnene Stadtmauer wurde später einheitlich in Backstein ausgeführt und mit zahlreichen Wiekhäusern und halbrunden Schalentürmen versehen. Im Süden schützten neben Mauer und Wall zusätzlich die sumpfigen Niederungen von Dosse und Glinze, im Norden wurde die Befestigung mit doppeltem Wall und Graben umgeben. Die Stadtmauer ist weitgehend erhalten, von den ehemals etwa 40 Wiekhäusern, Bastionen und Schalen sind ebenfalls noch viele sichtbar vorhanden.

(1) Schema Stadtgrundriss: 1-Burg, 2-Gröper Tor, 3-Markt u. Rathaus, 4-Kirche, aus: Architekturführer DDR, Bezirk Potsdam, VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1981, Wittstock - S. 102, verändert

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Stadtansicht (Merian)
Matthäus Merian hat mit seinen Stadtansichten unsere Vorstellung von turmreichen mittelalterlichen Städten mit ihren Befestigungen stark geprägt. Es gibt nur wenige Fälle, wo heute noch der unverbaute Blick auf die Stadtmauer möglich ist und einer solchen Ansicht nahe kommt. Wittstock gehört dazu.

Mauern mit Blumen - Landesgartenschau 2019 in Wittstock
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Die Bischofsburg

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Stadtmauer und Bischofsburg
Ab Mitte des 13. Jahrhunderts nutzten die Bischöfe von Havelberg die sogenannte Bischofsburg in Wittstock als Wohnstätte. Die Anlage ist in die Stadtbefestigung integriert. So lehnt sich die ausgedehnte Burganlage, bestehend aus der Vor- oder Unterburg (Amtshof) und der anschließenden kleineren Hauptburg an die Südspitze der Stadt an. Die Burg wird von einer Backsteinmauer mit Strebepfeilern umgeben, drei (restaurierte) Wiekhäuser blieben erhalten.

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Torhaus der Bischofsburg
Von Süden führt  ein mächtiges Torhaus mit zwei Rundtürmen in die Hauptburg. An der Nordseite, zur Vorburg hin, bildet der quadratische Torturm als ehemaliger Hauptzugang eine beeindruckende Dominante. Die unteren vier Geschosse des Backsteinturmes stammen aus dem 13. Jahrhundert und werden von Ecklisenen eingefasst, die oberen Geschosse (mit gestuften Blenden) stammen aus späterer Zeit. Im Turm befindet sich das Museum des Dreißigjährigen Krieges.

Torhaus, Torturm (und Stadtmauer) der ehemaligen Bischofsburg in Wittstock
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Blick vom Turm der Pfarrkirche
St. Marien, Bildmitte: Gröper Tor

Das Gröper Tor

Ursprünglich führten drei Tore in die Stadt (N, W und O - im Süden befindet sich die Bischofsburg). Von den Stadttoren hat sich im Norden der Altstadt der Gröper Torturm, ein Backsteinbau mit spitzbogiger Durchfahrt erhalten. Der Turm hatte ursprünglich Staffelgiebel auf der Feld- und Stadtseite, er wurde 1503 erhöht und ist mit Blenden und Maßwerkfries geschmückt.
(Leider muss ich ein Foto des Gröper Torturmes hier schuldig bleiben :-(  es wird bestimmt irgendwann ergänzt :-)) - hb)

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nach Zerbst