Was ist deutsche Renaissance?

Beispiele zu Renaissanceportalen in Deutschland

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Schloss in Stadthagen
In seiner universalen Bedeutung soll mit Renaissance die das Mittelalter ablösende Epoche verstanden werden. Denn von einer deutschen "Renaissance" im ursprünglichen Wortsinn einer "Wiedergeburt" der Antike kann in der Architektur im Vergleich zu Italien nicht gesprochen werden - vielmehr handelt es sich um die Aneignung des neuen, von den italienischen Architekturtheoretikern entwickelten und von den dortigen Baumeistern praktisch umgesetzten Gedankengutes. In diesem Sinn ist Renaissance der Beginn der Neuzeit, deren Epoche auch durch solche Begriffe wie frühbürgerliche Revolution, Humanismus und Reformation beschrieben wird. Die Aneignung und Umsetzung benötigte neben der Reifezeit auch die entsprechenden wirtschaftlichen Voraussetzungen. So kann man die Blütezeit der deutschen Renaissancebaukunst in den Zeitraum nach 1500 bis etwa 1630 ansetzen.
Eine architektonische Besonderheit bilden die Portale, die Schmuck- und Repräsentationsbedürfnis gleichermaßen befriedigen sollten.

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Schloss Bückeburg
Ab 1560 ließ der Graf Otto IV. von Schaumburg die mittelalterliche Wasserburg im benachbarten Bückeburg zu einem Schloss umbauen, dessen West- und Nordflügel die typischen und ursprünglichen Zwerchhäuser mit ihren Halbkreisgiebeln aus dieser Zeit bewahrt haben. Ost- und Südflügel wurden dagegen später verändert, doch auch sie bieten mit ihren angepassten und historisierenden Formen (Neorenaissance) ein schönes, geschlossenes Bild einer Vierflügel-Schlossanlage. Im Innenhof befindet sich der Tugendbrunnen, vom Marktplatz führt das üppig ausgestattete äußere Schlossportal in das weitläufige Gelände.

Schlossportal Bückeburg
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Das rundbogige Tor ist ähnlich einem antiken Triumphbogen gestaltet, Pilaster und Säulen mit ionischen Kapitellen tragen einen Architrav. Dieser wird (neben Obelisken und Kugeln) allerdings von drei seltsamen Gestalten bekrönt: zwischen zwei geflügelten Ungeheuern (Drachen) befindet sich die Allegorie des Neides. Die Figur ist der Stadtseite zugekehrt, wer von der Stadt zum Schloss ging, musste hier durch...

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Juleum, Helmstedt
Die phantasievolle Ausgestaltung der Renaissanceportale blieb nicht auf prachtvolle Schlossportale beschränkt. Auch Bürger- und vor allem Rathäuser zeugen vom Bedürfnis nach Repräsentation. Sie können auf den nächsten Seiten einige Beispiele finden. Hier sei nur noch das Renaissanceportal des Alten Amtshauses in Polle an der Weser vorgestellt, von dem man auf einer Informationstafel folgendes erfährt: Das "um 1600 erbaute  Alte Amtshaus (wurde) 1623 durch Tillys Truppen zerstört, 1656 wiederhergestellt und im April 1945 endgültig ruiniert. (Am Portal befindet sich das) Allianzwappen des Heinrich Julius Herzog zu Braunschweig-Wolfenbüttel (1564-1613) und seiner 2. Gemahlin der Prinzesin Elisabeth von Dänemark (1573-1625)."

Portal des Alten Amtshauses in Polle (Weser)
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zu Sitznischen und anderen Renaissanceportalen in Mitteldeutschland: Bürger- und Rathäuser

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zur Kategorie: Giebel, Fenster, Arkaden und andere Fassadenelementen der Neuzeit