Die Renaissance - Beginn der Neuzeit


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Rathaus in Pegau, Sachsen
Im 14. und 15. Jahrhundert manifestiert sich das Selbstbewusstsein des städtischen Bürgertums in repräsentativen Bauten: Die städtischen Pfarrkirchen werden  zu großen Hallenkirchen umgebaut, neue repräsentative Rathäuser entstehen, vorhandene erhalten Schaufassaden, Stadttore werden aufwändig geschmückt. Die architektonischen Schmuckformen werden phantasievoll variiert, ihre Strenge wird aufgehoben. Der aus zwei Kreissegmenten bestehende gotische Spitzbogen wird zum Kiel- oder Vorhangbogen, Astwerk, Baumstämme und Spruchbänder ranken sich jetzt um Portale, Profile überschneiden und überkreuzen sich.
Neue Lebensformen führen zu neuen künstlerischen Ausdruckformen. Aus Italien kommen die kraftvollen Impulse der Renaissance, die das Individuum, seine Selbstbestimmung und -verantwortung in den Mittelpunkt rücken. Es ist eine Zeit großer Veränderungen: Gutenberg führt 1450 den Buchdruck mit beweglichen Lettern ein, Kolumbus entdeckt 1492 Amerika. Handel, Reichtum und Tätigkeit des städtischen Bürgertums werden zur Schau gestellt und finden ihren bildkünstlerischen Ausdruck in detailreichen, ornamentfreudigen Bauformen.

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Zwei Herren in Sitznischen...      
Den kunstgeschichtlichen Begriffen Spätgotik und Renaissance lassen sich nur ungefähre zeitliche Rahmungen zuordnen, zu unterschiedlich und zu vielfältig sind die regionalen Besonderheiten. Eine solche Besonderheit in Mitteldeutschland sind zum Beispiel die hier zahlreich anzutreffenden "Sitznischenportale".

»Sitznischenportale in Mitteldeutschland

»Renaissanceportale an Rat- und Bürgerhäusern: Chemnitz, Dippoldiswalde und Meißen

»Renaissancestadt Torgau

»Das Portal der Dresdner Schlosskapelle

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Sitznischenportale