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Backsteinbauten an der polnischen Ostseeküste
Exkurs: Im Dom zu Frombork/Frauenburg


Der im spätgotischen Stil errichtete Dom aus dem 14. und 15. Jahrhundert steht mitten in der Burganlage der ermländischen Bischöfe. Im 30-jährigen Krieg nahmen die Schweden die mittelalterliche Ausstattung mit, immerhin blieb der Hauptaltar von 1504 erhalten. Jetzt befindet der Altar befindet an der Nordwand des Domes. Bei der späteren barocken Ausgestaltung der Kathedrale entstanden 14 barocke Altäre, die an den Pfeilern aufgestellt wurden. Die barocke Orgel von 1684 gewährt neben dem musikalischen Genuss auch ein optisches Vergnügen, wenn sich zur Musik die Figuren bewegen.
Der Marienaltar
Von den polnischen Restauratoren wurde der mittelalterliche Altarretabel von 1504 hervorragend wiederhergestellt, so dass die Beschreibung durch Boetticher (*) jetzt anschaulich verglichen werden kann:


Abbildung aus: Boetticher (*))
"Er besteht aus einem Mittelschrein, an welchem sich durch Scharniere je gleich zwei Blättern eines Buches hintereinander liegende Seitenflügel anfügen. Der Mittelschrein zeigt auf gemustertem Goldgrund die Statue der hl. Jungfrau auf der Mondsichel, die Schlange zertretend; zwei Engel halten den unteren Saum ihres Gewandes. Über ihrem Haupte schweben ebenfalls zwei Engel, die Krone haltend. Die Statue ist ganz vergoldet; der Saum des Obergewandes, welches in weiten Falten bauschig herabfließt, hat eine schwer zu bestimmende Inschrift in gotischen Majuskeln."
Fehlten im Jahr 2009 noch die Figuren der Seitenflügel, so kann man sich jetzt (die nachfolgende Fotos sind aus dem Jahr 2025) an dem wieder vollständig hergerichteten Altar erfreuen.

"An beiden Seiten des Schreins, etwas vorgerückt, sieht man übereinander die vier großen Kirchenlehrer Gregor, Augustinus, Hieronymus und Ambrosius mit ihren Symbolen unter zierlichen Baldachinen." (Bötticher)
Boetticher weiter: "Die beiden inneren Seitenflügel sind in je drei kleinere Schreine abgeteilt, in welchen der Reihe nach, die Zählung von oben links begonnen, die Verkündigung Mariä, die Heimsuchung, die Geburt Christi, die Anbetung der Könige, Mariä Reinigung, Mariä Himmelfahrt dargestellt sind. Die Gruppen treten in starkem Relief hervor und haben alle ein sehr energisch gehaltenes architektonisches Beiwerk, wie es eben die jedesmalige Scene erfordert." (2)
Schauen wir uns einzelne Szenen im Detail an:
In der Predella (dem Retabelsockel) begegnen uns sechs junge Damen, deren Büsten einst Reliquien enthalten haben müssen. Zum Glück stehen ihre Namen dran...
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Literatur und Quellen:
(*) Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Bearbeitet von Adolf Boetticher. Heft IV. Das Ermland, Königsberg 1894
(*) Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Bearbeitet von Adolf Boetticher. Heft IV. Das Ermland, Königsberg 1894
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