Fassaden barocker Kirchen

Barock - das ist Pathos, Illusion, großes Welttheater. Alle Sinne sollen angesprochen werden. Die Architektur will nicht nur beeindrucken, sie will überwältigen.

Elemente barocker Architektur
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1 - Dresden, Katholische. Hofkirche (Kathedrale), Hauptportal
2 - Dresden, Kreuzkirche, Rundfenster über dem Hauptportal
3 - München, "Asamkirche", Fenster über dem Hauptportal
4 - Dresden, Kath. Hofkirche (Kathdrale), Fassade

Die von den Baumeistern des Barock an den Fassaden verwendeten Elemente wie Portale, Giebel oder Fenster zeichnen sich durch Bewegtheit und üppigen Dekor aus. Monumentale Schauseiten der Gebäude wurden durch Säulen oder Pilaster regelkonform nach (damals) neuesten architekturtheoretischen Grundlagen gestaltet.

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Jesuitenkirche Sant’Ignazio, Rom
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Theatinerkirche Sant’
Andrea della Valle, Rom
Angefangen hatte es in Rom. Die Päpste des 16. Jahrhunderts wollten den Glauben stärken und den eigenen Nachruhm festigen, wofür sich groß angelegte Bauprogramme besonders eignen.
Zum Vorbild für viele barocke Kirchenneubauten wurde die Mutterkirche des Jesuitenordens "Il Gesù" (1568-1584) in Rom. Mit der Zeit wurden die Fassaden der Kirchen immer aufwändiger, Voluten, gesprengte Giebel, mehrfach gebrochene Gesimse, eine kraftvolle Gliederung durch Säulen und Pilaster sowie dynamische konvexe und konkave Schwünge vermitteln zusammen mit dem Spiel von Licht und Schatten den Eindruck steter Bewegung.
Drei barocke Kirchen in Rom
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1 - Sant’Agnese in Agone an der Piazza Navona, Borromini, (begonnen 1652 von Rainaldi)
2 - San Marcello, Fassade 1683 (Entwurf Carlo Fontana),
3 - Santa Croce in Gerusalemme, Fassade aus dem 18. Jh.
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Theatinerkirche München

In Deutschland entwickelte sich die barocke Architektur mit zeitlicher Verzögerung. Eine Ursache dafür war der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), in dem große Teile der deutschen Länder verwüstet wurden. Danach gaben Gegenreformation und die Herausbildung absolutistischer Herrschaftsformen im 17. Jahrhundert (und im 18. Jahrhundert) dann den Rahmen für die großen ehrgeizigen Bauprojekte. Insbesondere im katholischen Süden Deutschlands (Bayern, Schwaben) entstanden aufwändige Kirchenneubauten und vorhandene Kirchen wurden in dem neuen Barockstil "modernisiert" (sozusagen "barockisiert").

Kirchen des Barock in Deutschland


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In München wurde noch während bzw. nach dem 30jährigen Krieg mit der Theatinerkirche St. Kajetan (Baubeginn um 1632) eine der ersten Kirchen in diesem neuen "italienischen" Stil errichtet. Der aus Bologna stammende Baumeister Agostino Barelli entwarf die Kirche nach dem Vorbild der Mutterkirche des Theatinerordens Sant’ Andrea della Valle in Rom (Bild ganz oben rechts). Enrico Zucalli setzte den Bau ab 1669 fort.

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Die Münchner Theatinerkirche ist eine tonnengewölbte Wandpfeilerkirche mit Querhaus und typischer italienischer Tambourkuppel über der Vierung. Dazu kommen venezianische Elemente, auffällig sind die übergroßen Voluten an den Türmen, die an die Kirche Santa Maria della Salute in Venedig erinnern. Gegen 1690 war die Kirche bis auf die Fassade fertiggestellt. Die reich gegliederte Fassade mit den Nischenfiguren und dem großen Allianzwappen (Bayern-Sachsen) entstand erst zwischen 1765 bis 1768 nach Entwürfen des Baumeisters de Cuvilliés. Der Innenraum ist prachtvoll mit Stuck dekoriert; der Innenraum wird zwar durch Fenster aber mehr noch durch die Kuppel beleuchtet.

München: Theatinerkirche St. Kajetan
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Auch die ehemalige Stiftskirche in Kempten (heute katholische Stadtpfarrkirche St. Lorenz) gehört mit zu den ersten nach dem 30jährigen Krieg errichteten großen Kirchenbauten. Baubeginn war hier 1652, Entwurf und Ausführung stammen von dem Baumeister Michael Beer. Das Gebäude liegt dominierend in der sogenannten Kemptener "Stiftsstadt" und zeigt im Westen ein hochaufragendes Turmpaar. Statt einer Vierungskuppel fügte Michael Beer im Osten an das basilikale Langhaus ein Choroktogon mit Kuppel und Laterne an. Dadurch wird dann beim flüchtigen Hinschauen doch wieder der Eindruck einer Kuppelkirche hervorgerufen.

Wir machen jetzt einen Sprung nach Norden:

Fassade des Domes zu Fulda

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Der alte Dom in Fulda, die schon von 791 bis 819 erbaute sogenannte Ratger-Basilika, gehörte zu den größten Kirchenbauten in Deutschland. Der heilige Bonifatius, der "Apostel Deutschlands", liegt hier begraben. Von 1704 bis 1712 wurde an Stelle der alten Kirche unter der Regentschaft des Fürstabtes Adalbert von Schleifras durch den Baumeister Johann Dientzenhofer der neue Dom im Stile des Barock errichtet. Dientzenhofer hatte zuvor auf einer Studienreise in Rom sich mit der Barockarchitektur auseinandergesetzt.
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Abends vor dem Dom
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Der Dom zu Fulda ist eine dreischiffige Basilika mit zwei Querschiffen und Vierungskuppel. Die Fassade im Osten (der Dom ist wie St. Peter in Rom gewestet) wird durch Säulen kräftig gegliedert und durch zwei etwa 65 Meter aufragende Türme eingefasst. Die Figuren in den Nischen stellen unten den heiligen Bonifatius (links) und den ersten Fuldaer Abt Sturmius (rechts) jeweils mit Mitra und Stab dar. Über dem Hauptportal halten Engel das Wappen des Fürstabtes Adalbert von Schleifras. An den beiden Türmen befinden sich Uhren, eine davon ist eine Sonnenuhr.

Fulda: Details am Dom
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Und wir kommen gleich wieder zurück in den Süden:

Weingarten, Basilika St. Martin und Oswald

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Weingarten, Fassade der Kirche
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"Abt Sebastian Hiller ließ zwischen 1715 und 1724 anstelle der alten Kloster- und Wallfahrtskirche einen prächtigen "Schrein" für das Kostbare Blut Jesu Christi erbauen. Spitzenkünstler gestalteten diese größte Barockkirche nördlich der Alpen aus, darunter C. D. Asam, F. Schmuzer, J. A. Feuchtmayer, D. G. Frisoni und J. Gabler (große Orgel). 1819 wurde das Münster zur Pfarrkirche und 1956 von Papst Pius XII. zur "basilica minor" erhoben." (Tafeltext an der Kirche)
Die nach den Plänen mehrerer Baumeister*) neu erbaute Benediktiner-Klosterkirche zum Kostbaren Blut mit der bewegten Fassade thront beherrschend oberhalb der Altstadt von Weingarten (bei Ravensburg). Asam und andere Künstler malten die Wallfahrtskirche mit einer grandiosen Scheinarchitektur aus: in den Gewölben und Zwickeln der Basilika setzen sich Pfeiler, Treppen und Hallen illusionistisch fort. Die Gewölbedecke öffnet sich, der Himmel wird sichtbar und die himmlischen Heerscharen schweben herab. Das ist einfach überwältigend!

Weingarten: Fassade der Wallfahrtskirche
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*) Bereits ab 1684 lieferten Moosbrugger, Beer, Thumb ebenso wie Herkomer und Schmuzer Vorstellungen für einen Neubau. Frisoni entwickelte die Ideen weiter und entwarf den Gesamtplan der Anlage.

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Die Fassade wird bekrönt von dem Schauzeichen des "Kostbaren Blutes", darunter befindet sich die Skulptur der Mutter Gottes mit dem Jesuskind, flankiert von Engeln. Seitlich stehen die Figuren der Kirchenpatrone Oswald (links) und Martin (rechts). Über dem Hauptportal ist das Wappen des Abtes Sebastian Hiller (auch Hyller) angebracht. Die gesamte Anlage und vor allem die weithin sichtbare Fassade mit ihrer selbstbewussten Dynamik ist nicht zuletzt auch eine Macht- und Überlegenheitsdemonstration.

Basilika Weingarten, Details der Fassade
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Das Marienmünster in Dießen

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Marienmünster Dießen
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In Dießen am Ammersee entstand ab 1732 bis 1739 die Kirche Mariä Himmelfahrt der ehemaligen Klosteranlage der Augustinerchorherren. (Die Augustiner Chorherrenstiftskirche ist seit 1804 Pfarrkirche.)  Architekt und Baumeister war Johann Michael Fischer, einer der bedeutendsten Baumeister seiner Zeit, der gern auch mit  Räumlichkeiten experimentierte und geniale neue Lösungen fand. Die Klosterkirche Dießen gehört mit zu seinen reifsten Leistungen. Schauen wir uns jetzt die ausgewogene Gestaltung der Fassade an!
Die Fassade wird durch sechs schlanke Pilaster in fünf vor- und zurückschwingende vertikale Bereiche (Achsen) gegliedert. Die drei mittleren Achsen enthalten das Portal und ein zentrales großes rechteckförmiges Fenster sowie zwei etwas kleinere Rechteckfenster über zwei ovalen Fenstern.
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Maria

Die Pilaster stehen auf hohen Sockeln, dieses Sockelgeschoss nimmt die Portalhöhe bis zum Bogenansatz ein. Das Portal selbst wird durch blassrötlichen Marmor eingefasst. Über dem Portal befindet sich eine Marienbüste - Maria, als neue Eva (durch Eva wurde das Paradies einst verschlossen), kann die Tür zum Paradies wieder öffnen. Ihr das Haupt umgebender Strahlenkranz mit den Sternen zeigt sie als Braut des Heiligen Geistes. (Werner Schnell)
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Turmdetail
Die Fassade gipfelt in einem steilen mit Voluten und Vasen geschmückten Giebel, der auf seiner Spitze das vergoldete Dreieck mit dem Auge Gottes trägt. Die beiden oberen Vasen tragen zwei vergoldete Sterne, Symbole für Christus und Maria. In der Nische in der Mitte darunter entdecken wir den Ordensgründer Augustinus mit Buch und vergoldetem flammendem Herzen. Goldene Flammen schlagen auch aus den beiden seitlichen Vasen, sie sind Symbole für Gottesliebe und -sehnsucht.
Natürlich fehlen auch die Stifter, die Grafen von Dießen-Andechs, nicht - ihr Wappen mit Adler und Löwe befindet sich in einer reichverzierten Kartusche über dem zentralen Fenster.
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Der Außenbau wird ergänzt durch den seitlichen Turm mit Zwiebelhaube und schönen Uhren. Der Turm ist erst 1986/87 nach alten Plänen errichtet worden. Und so ist nicht nur die Westfassade ein Fest für die Augen, auch wenn man vom Ammersee kommend hoch zum Münster geht, bieten im Ort der schlanke Turm und das Chorhaupt der Kirche einen malerischen Anblick.
Ein Fest ist vor allem auch der Innenraum. Was sich für die Ausgestaltung hier "an Malern, Bildhauern, Altarmeistern und Stuckatoren zusammenfand, war ... Künstlerelite." (Lydia L. Dewiel) Also: Unbedingt im Original anschauen!


Die Fassade der Benediktinerabtei Ottobeuren

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Der Neubau der Abteikirche Ottobeuren ist ein weiteres großes Projekt der Barockarchitektur im Süden Deutschlands. Die Planungen gestalteten sich schwierig, erste Überlegungen zum Neubau gab es bereits 1711. In den Folgejahren haben sich eine Reihe bedeutender Architekten (Frisoni, Zimmermann, Schmuzer) mit einem Entwurf beworben, doch schließlich erhielt Simpert Kramer den Zuschlag. 1737 erfolgte die Grundsteinlegung. 1744 wird Kramer die Bauleitung wieder entzogen und Johann Michael Fischer übernimmt schließlich 1748 die Bauleitung.

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Die Kirche ist der gewaltigen Klosteranlage vorangestellt und beherrscht durch ihre erhöhte Lage das Ortsbild. Die Fassade im Norden (der Chor befindet sich im Süden) schwingt elegant vor und wird von zwei 82 Meter hohen Türmen begleitet. Den 45 Meter hohen Giebel der Fassade ziert das Dreieck mit dem Auge Gottes, in der zentralen Nische darunter verweist das Standbild des hl. Benedikt auf den Ordensgründer und Kirchenpatron. Der hl. Benedikt wird hoch oben von den Figuren der Märtyrer Alexander (links) und Theodor (rechts) begleitet. Die gleichen Skulpturen (Alexander und Theodor) befinden sich auch noch einmal unten neben der Freitreppe zum Eingang. Über dem großen Mittelfenster und unterhald des Dreiecksgiebels wehrt die Figur des Erzengels Michael den teuflischen Mächten.

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Die Klosteranlage selbst ist gewaltig: Konvent, Residenz und Schule bilden ein etwa 130 Meter x 120 Meter großes Geviert.

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Blick in einen Innenhof

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Die imposante Fassade und die gesamte festliche Architektur stimmen auf den Innenraum ein: Fischer und die anderen am Bau beteiligten Künstler erzielten durch die helle Beleuchtung mit großen Fenstern, durch die ausladenden Querarme und die dadurch weiträumige Vierung eine phantastische Raumwirkung, die durch die kunstvolle Ausgestaltung und illusionistische Malerei noch ins Grandiose gesteigert wird. Unbedingt anschauen!


Die Fassade der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein

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Hoch über dem Maintal bei Bad Staffelstein liegt die von 1743-1773 errichtete Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen. Der Name geht zurück auf die 14 Nothelfer, denen die Kirche geweiht ist. Planung und der Beginn des Neubaus der Kirche waren zunächst verwickelt, erst als Balthasar Neumann die Bauleitung übernahm, konnte er die Raumideen, die heute als genial bezeichnet werden, verwirklichen. Es ist vor allem der Innenbereich, dessen ineinandergreifende ovale Strukturen einen absoluten architektonischen Höhepunkt darstellen.

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Die Westfassade der Kirche ist dabei auch eine Reaktion auf die gegenüberliegende und etwa 30 Jahre früher entstandene  Klosterkiche Banz. Die seitlichen hochaufragenden Türme von Vierzehnheiligen sind ein weithin in die Landschaft sichtbares Zeichen für die Wallfahrer. Horizontal wird die Fassade von Vierzehnheiligen durch ein kräftiges Gesims zweigeteilt. In der vertikalen Gestaltung schwingt der mittlere Bereich mit Hauptportal und Uhr leicht nach vorn aus, er wird von einem Giebel bekrönt, auf dessen Spitze die Figur des Christus als Weltenherrscher steht. Christus wird auf der Balustrade von Petrus und Paulus flankiert, im Giebel symbolisieren zwei weitere weibliche Figuren Glaube und Liebe. Im Giebeldreieck selbst kann man das Wunder schauen, welches die Wallfahrt begründete: das kleine Jesuskind wird von den 14 Nothelfern umgeben.

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Vierzehnheiligen, Details der Fassade

Der Innenraum gehört wohl mit zu den schönsten und beeindruckendsten Kirchenräumen überhaupt. Die schon am Außenbau erkennbaren großen Fenster lassen hier den gesamten Raum mit seiner raffiniert gekurvten Innenarchitektur wie lichtdurchflutet erscheinen. Also: Unbedingt ansehen!

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Vierzehnheiligen, Innenraum mit Gnadenaltar und Außenansicht von SO


St. Johann Nepomuk in München ("Asamkirche")

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Einzigartige barocke Raumillusionen wurden auch durch die Brüder Asam geschaffen. Bei ihrem Gemeinschaftswerk, der sogenannten "Asamkirche" in München (1733-1734), betätigten sich Egid Quirin und Cosmas Damian Asam aber auch als Architekten. Zwischen Wohnhäusern einer belebten Straße wölbt sich die schmale zweigeschossige Fassade der Kirche nach vorn. Über dem Säulenportal befindet sich ein hohes Fenster, darüber schließt ein weit ausladender geschwungener Giebel die Fassade ab. Hat der Besucher erst einmal das Portal durchschritten, meint er sich in einer anderen Welt zu befinden.

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Unglaublich, wie es den Künstlern gelungen ist, mit ihren Stuckaturen und Malereien sowie der aus-
geklügelten Lichtführung auf engstem Raum eine solch phantastische Illusion zu schaffen!
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Heilig-Geist-Kirche
Die Brüder Asam waren auch dabei, als in München zwischen 1724 und 1730 die Heilig-Geist-Kirche, eine der ältesten Kirchen in München, "barockisiert" wurde. Die Westfassade stammt allerdings aus viel späterer Zeit: Sie wurde erst errichtet, als man die Kirche Ende des 19. Jahhunderts nach Westen erweiterte. Die Barockzeit ist jetzt längst vorbei und so wird die Fassade dem Stil des Neobarock zugeordnet.

An dieser Stelle könnte der kleine Streifzug zu barocken Kirchen in Deutschland eigentlich zu Ende sein. Doch es gibt noch so viel mehr... Deshalb soll zum Abschluss noch die Katholische Hofkirche in Dresden (heute Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen) kurz vorgestellt werden.

Katholische Hofkirche Dresden, 1739-1755

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Mit dem Bau der katholischen Hofkirche in Dresden wurde der italienische Baumeister Gaetano Chiaveri (1689-1757) beauftragt, der an städtebaulich hervorragender Stelle die neue Kirche schräg zum Residenzschloss im Stil des römischen Spätbarock plante und ausführen ließ. Die Achse der Kirche weicht von der Ost-West-Orientierung ab, einmal geschuldet den Platzverhältnissen, mehr aber noch, um die Wirkung des Bauwerks zu steigern: So wird aus dem Schloßplatz ein intimer Platz mit prächtigen Fassaden. Die Längsseite der Kirche wird dagegen zur Bühne, zur großen Schauseite von der Elbe bzw. vom Theaterplatz aus. Der schlanke Turm hingegen dominiert die Eingangssituation der Stadt von der Neustädter Seite über die Augustusbrücke in die Altstadt.

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Die Kath. Hofkirche (Kathedrale) in Dresden vom Theaterplatz aus gesehen


Wird fortgesetzt...
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zu Mauern, Tore und Türmen