Manierismus

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Kampen (NL), Giebel am Broederport
Den Manierismus sehen manche Kunsthistoriker als einen Teil der Spätrenaissance an, andere ordnen ihn als eigenständige Stilrichtung zwischen Renaissance und Barock ein. Zuordnung oder Abgrenzung sind offenbar nie ganz einfach, denn zu allen Zeiten entstehen neuartige Lösungen mit übergreifenden Merkmalen. In der Architektur des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts finden wir deshalb auch viele Beispiele mit entsprechenden Überschneidungen, zwischen Renaissance und Manierismus existiert mithin keine eindeutige Trennlinie.
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Danzig, Detail am Zeughaus
Als ein typisches Charakteristikum der manieristischen Fassaden im Vergleich zur ausgewogenen Klarheit der Renaissance kann man meist eine Fülle an dekorativen Elementen (Ornamente, Skulpturen, Köpfe, Masken, kleine Obelisken etc.) ausmachen, mit denen die Fassaden "überladen" wurden. So führte zum Beispiel in den Niederlanden und Flandern die Mischung von traditionell überkommener (Backstein-)Bauweise mit den meist in Werkstein ausgeführten Dekorationselementen zu den bis heute bestaunten außerordentlich reich verzierten Fassaden mit ihren Portalen und Giebeln. Durch einen regen Austausch über Handelsbeziehungen fanden diese Bauten Eingang in die Architektur der baltischen Länder an der südlichen Ostseeküste. Insbesondere in Danzig finden wir großartige Bauwerke dieser Stilrichtung, von denen wir uns auf den folgenden Seiten (in Zukunft) einige ansehen werden:

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nach Danzig zum "Grünen Tor" und zum "Großen Zeughaus"