Mauern, Tore und Türme in Sachsen-Anhalt: Reste der Stadtbefestigung in Aken, Bernburg und Köthen

Stadtmauer und Tortürme in Aken


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Aken wurde um 1160 durch Albrecht den Bären mit flämischen Siedlern gegründet. Trotz Stadtbränden und Erweiterungen ist die mittelalterliche Anlage der Gründungszeit mit ihrem gitterförmigen Straßennetz erhalten geblieben. Dort, wo sich die beiden Hauptstraßen kreuzen, entstand ein großer rechteckiger Marktplatz.
Zuerst schützten Erdwälle, Gräben und Palisaden die Stadt. Etwa ab 1300 wurde dann eine steinerne Stadtmauer gebaut; 1335 wird von ihr zum erstenmal berichtet. Reste der Stadtmauer sind bis heute erhalten.

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Stadtmauerrest in Aken

Erhalten blieben auch drei Türme von den ursprünglich vier an den Ausfallstraßen befindlichen Stadttoren (Elbtor, Burgtor, Köthener und Dessauer Tor). Die Straßen führten entlang der Himmelsrichtungen von Köthen nach Zerbst (von Nord nach Süd) und von Calbe nach Dessau (von West nach Ost), und so heißen zwei der verbliebenen Türme bis heute nach den Orten, zu denen man gelangt.

Dessauer Torturm


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Möglicherweise wurde an dieser Stelle bereits bei der Stadtgründung ein Turm  gebaut, die heutige Turmgestalt stammt jedoch aus dem Jahr 1608. Der wehrhafte Backsteinturm hat eine Mauerstärke von 1,65 Meter und ist etwa 20 Meter hoch.
Interessant ist der Erker an der Nordseite, wahrscheinlich handelt es sich um einen ehemaligen Aborterker.

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Dessauer Torturm in Aken

Eine Zeitlang nisteten regelmäßig Störche auf der Plattform.


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Köthener Torturm


Der repräsentative Turm im Süden mit seinem schönen Renaissancegiebel ist etwa 25 Meter hoch. Der Torturm wurde aus Bruchsteinen gebaut, ist im oberen Teil verputzt  und seit 1900 zeigt eine Turmuhr den Akenern die Zeit an. Der Turm am Köthener Tor wird bereits 1288 erwähnt, Aufstockung und Umbau in Renaissanceformen erfolgten 1551.

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Köthener Torturm in Aken


Burgtorturm


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Der Name des Turmes und der angrenzenden Straße lassen auf eine ehemalige Burg schließen. Und tatsächlich befand sich in dieser Richtung die alte Wendenfeste Gloworp, die aber vollständig verschwunden ist. Vielleicht ist der Burgtorturm deshalb der kleinste der Akener Türme? Auch der Durchgang ist ziemlich schmal. Wahrscheinlicher ist es deshalb, dass der Turm erst später neben das bereits existierende Tor gesetzt wurde.  Das Burgtor  soll ebenfalls 1288 erstmals erwähnt sein, doch die jetzige Gestalt des Turmes stammt wohl wie bei den anderen Türmen aus der Zeit um 1500.

Bernburg

Malerisch liegt das Bernburger Schloss über der Saale. Hier am Saaleübergang auf der Straße von Magdeburg nach Halle entwickelten sich auf der linken Flussseite die Talstadt, auf der rechten Seite neben der Burg die Bergstadt. Beide waren befestigt, doch nur in der Talstadt, die aus der Vereinigung von Altstadt und Neustadt hervorging, haben sich zwei Türme erhalten. Auf dem Historischen Rundgang durch Bernburg klären Informationstafeln den Besucher auf:

Der Füllenturm oder Hasenturm

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"Als Bestandtteil der Stadtmauer sicherte er die nordöstliche Stadtgrenze der Altstadt zur Neustadt. Der Name Füllenturm erinnert an den Pferdeaustrieb vor die Stadtmauer durch einen Rosshirten.
Der Rundturm stammt vermutlich aus der Zeit des Mauerneubaus nach dem großen Hochwasser von 1408."


Der Nienburger Torturm

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"An dieser Stelle befand sich vermutlich im 12. Jahrhundert mit der Altstadtgründung eine Toranlage.
Das Nienburger Tor, vornehmlich für den Austrieb des Viehs bestimmt, hieß später Hirtentor, weil der Stadthirt hier seine Wohnung hatte.
Das Tor ist nach 1408 neu gebaut worden. Es wurde 1423 'Neues Tor' genannt.
Der heute noch stehende Turm flankierte einen Torhof mit Innen- und Außentor der östlichen Stadtgrenze. Mit seiner Höhe diente er auch als Wehrturm."

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Nienburger Torturm in Bernburg

Der Turm ist mit Renaissancegiebeln versehen, die denen am Schloss ähneln.

Köthen

Auch Köthen war im Mittelalter von einer Stadtmauer umgeben. Die Stadt an der alten Handelsstraße von Magdeburg nach Halle entstand im Schutze einer Wasserburg, aus der später das Schloss hervorging. Die beiden Tortürme an der Handelsstraße, der Magdeburger Turm im Norden und der Hallesche Turm im Süden, sind bis heute erhalten.

Magdeburger Turm

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Von der Doppeltoranlage des Magdeburger Tores blieb der sechsgeschossige quadratische Torturm erhalten. Er besteht aus Bruchsteinen und stammt aus dem Jahr 1562. Der Turm wurde wahrscheinlich auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus errichtet, denn Köthen wurde bereits 1313 als civitas bezeichnet und man kann von einer im 14. Jahrhundert bestehenden Stadtbefestigung ausgehen. Schaut man genau hin, dann kann man am Turm in halber Höhe den vermauerten Zugang für den Wehrgang erkennen. Die welsche Haube mit der Laterne wurde 1784 aufgesetzt.

Der Hallesche Turm

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Das Hallesche Tor war ebenfalls eine Doppeltoranlage, der erhaltene fünfgeschossige Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert und gehört somit zu den ältesten Baudenkmälern der Stadt. Später erhielt der Turm ein achteckiges Backsteingeschoss und eine Schieferbedeckung, wahrscheinlich im 17. Jahrhundert. Durch seine besondere Form ist der etwa 35 Meter hohe "Halli" genannte Turm zum Wahrzeichen der Stadt geworden.

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Hallescher Turm in Köthen, Sachsen-Anhalt

Reste der Stadtmauer

Westlich und östlich des Halleschen Tores sind beachtliche Reste der Stadtmauer erhalten. diese wurden geschickt in die Neubebauung entlang der Bärteichpromenade einbezogen. Ein drittes Stadttor, das Schalaunische Tor, auch Bärtor genannt, ist hingegen vollkommen verschwunden.


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Reste der Stadtmauer in Köthen an der Bärteichpromenade (oben) und am Halleschen Tor (unten)

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nach Barby (Elbe)