Sitznischen- und andere Renaissanceportale in Marienberg - ein Idealstadtentwurf in Sachsen


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Herzog Heinrich d. Fromme
(Stadtgründer)
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Rathaus
Wie baut man die ideale Stadt? Eine mögliche Antwort darauf geben die in der Renaissancezeit neu gegründeten Städte: 1521 wurde Marienberg im Erzgebirge als Bergstadt nach dem Plan von Rülein von Calw streng geometrisch wie ein Schachbrett angelegt. Vom zentralen quadratischen Marktplatz zweigen auf jeder Seite drei Straßen rechtwinklig ab, die entstehenden Quartiere wurden einheitlich bebaut. Nach dem großen Stadtbrand von 1852 hat sich das Stadtbild zwar verändert, doch blieben einige Bürgerhäuser sowie das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert mit ihren Renaissanceformen erhalten. Auf dem weitläufigen Markt steht das Denkmal von Herzog Heinrich (dem Frommen), der 1521 die Stadtgründung veranlasste.

Renaissanceportal am Rathaus

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Das Rathaus wurde 157-1541 nach den Plänen des Baumeisters Andreas Günther gebaut. "Mehrere Giebel zierten die Seite zum Marktplatz. Das prächtige Renaissanceportal stammt aus der Erbaungszeit um 1539. Die Medaillons in den Zwickeln zeigen links Stadtgründer Herzog Heinrich den Frommen und rechts seinen Bruder Herzog Georg den Bärtigen. Im Giebel befindet sich das herzoglich-sächsische Wappen mit einer Inschrift, deren Übersetzung lautet: 'Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit'.


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Bei zwei großen Stadtbränden im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude stark zerstört und erhielt nach 1684 seine heutige Gestalt. Auch Stadtwappen und Sonnenuhr, erstmals 1539 gemalt, entstammen der Zeit nach 1684. Der Spruch auf der Sonnenuhr sagt uns: 'Du weißt es nicht Betrachter. Sind dies die Zeichen des Sonnengottes (Orakel des Phöbus). Du fragst? Sie antworten dir dies: Lerne zu sterben!'"
(Text kursiv: Infotafel am Rathaus)

Details am Rathausportal
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Links und rechts vom Hauptportal befinden sich zwei weitere Sitznischenportale, die jeweils Eingang zu einer Gaststätte sind. Schräg über dem Eingang des Ratskellers mahnt der Spruch der bereits erwähnten Sonnenuhr.

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Portale an Bürgerhäusern in Marienberg


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Aus dem 16. Jahrhundert haben sich noch weitere Renaissanceportale erhalten: So klärt uns eine Tafel am Marktplatz am Haus Nr. 14 darüber auf, dass das Hauptportal hier "zu den herausragenden Frührenaissanceportalen Mitteldeutschlands" gehört.

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Weiter heißt es: "Das Medaillon im Scheitel enthält die Jahreszahl 1539, die Initialen SH des unbekannten Bauherrn und eine Hausmarke. Die Rundmedaillons zeigen Köpfe oder Büsten von zumeist Männern in Renaissancetracht.
Die Initialen SH und dieJahreszahl 1720 im Segmentbogengiebel wurden im Barock eingefügt und beziehen sich auf den als Bau- und Bürgermeister tatigen Salomon Hinkel, der das Grundstück 1695 erworben hatte.
Im Juli 1719 nahm der Sohn des russischen Zaren Peter I. des Großen, Alexej Petrowitsch, hier Quartier."

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Bei einem anderen Portal am Marktplatz (Hausnummer 6) sind die Sitzsteine etwas unter Blumen versteckt, doch die typischen Ornamente des Portalbogens weisen auch hier auf die Zeit der Renaissance hin. Im Medaillon finden wir allerdings die Jahreszahl 1670 mit den Initialen SB.

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Noch zwei weitere schöne Renaissanceportale lassen sich in der Nähe entdecken, zu unserem Glück können wir auf den vom Kulturförderverein Marienberg und von der Sparkassenstiftung Mittleres Erzgebirge 2010 gestifteten Tafeln wiederum Näheres erfahren. Zum folgenden Portal heißt es: "Das inschriftlich in das Jahr 1545 datierte Sitznischenportal wurde während der Sanierung des Gebäudes in den Jahren 2000 und 2001 durch eine Kopie ersetzt. Die Initialen JR in der Bekrönung verweisen auf den Stadtschreiber und späteren Bürgermeister Johann Rudolf Richter, der das Gebäude 1694 erwarb. (...) In der Archivolte befinden sich links eine Männerbüste und rechts eine Frauenbüste in Renaissancetracht. (...)"

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Und bevor wir jetzt zum gut erhaltenen Stadttor (Zschopauer Tor) kommen, erfreut uns auf der rechten Seite mit der Hausnummer 20 wieder ein schönes Renaissanceportal. Zwei Engel halten im Scheitel ein Wappenschild. Auf der Tafel am Haus lesen wir unter anderem, dass "... die rundbogige Archivolte zwei halbplastische Figurenbüsten in Renaissancetracht enthält, (jedoch) nur der rechte Stein der Archivolte und die beiden seitlichen Gewände mit den Sitzsteinen original erhalten blieben".

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zum einzigen erhaltenen Renaissanceportal in Magdeburg